informelle
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.1999)
Seit 1981 gedenken weltweit Aktivist_innen an weibliche Gewaltopfer. Die UN griff den Gedenk- und Aktionstag 1999 auf und seitdem gilt er als offizieller „International Day for the Elimination of Violence against Women“. Zwei Hauptziele stehen im Mittelpunkt: Das Einhalten der Menschrechte gegenüber Frauen und Mädchen sowie eine Stärkung der Frauenrechte.
Sexuelle Nötigung bis hin zur Vergewaltigung, Schläge und andere physische Gewalttaten – weltweit trifft das jede dritte Frau. Und häufig geschieht es in Beziehungen. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), vorgestellt im Sommer 2013. Häusliche Gewalt gehört deshalb zu den Themen, denen sich Aktionen am internationalen Tag gegen Gewalt besonders widmen, auch der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Zwangsprostitution, Frauenhandel, Beschneidung und Zwangsheirat gehören dazu.
Tabuthema: Gewalt an Lesben
Meist fallen im Zusammenhang mit Diskriminierung und homophober Gewalt Lesben unter den Tisch. Gefühlt gehören sie in Deutschland kaum zu den Betroffenen. Konkrete Zahlen sind Mangelware, aus allgemeinen Studien lassen sich selten Ergebnisse für lesbische Frauen herauslesen, da sie meist in zu geringer Zahl teilnehmen bzw. sich als solche nicht zu erkennen geben. Ein bisschen mehr wissen wir, seit 2013 die Lesbenberatung Berlin und LesMigraS ihre Studie zu Gewalt und (Mehrfach)-Diskrimierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen und Trans* veröffentlichten.
Danach werden 65 % der 4.500 Teilnehmerinnen in der Öffentlichkeit beschimpft oder beleidigt, fast jede fünfte körperlich angegriffen (18 %) und 22 % erleben sexualisierte Übergriffe. Im engsten sozialen Umfeld, also in Familien, Beziehungen oder Freundschaften, wird immerhin noch fast jede Dritte (29 %) beleidigt oder beschimpft, etwa ebenso häufig berichten Betroffene über Mobbing am Arbeitsplatz (30 %). Auch innerhalb von Beziehungen erleben lesbische Frauen Gewalt. Aktuelle deutsche Studien dazu sind nicht verfügbar, US-amerikanische legen aber nahe, dass gewaltsame Übergriffe ähnlich häufig wie in heterosexuellen Beziehungen geschehen.
Seit März 2013 ist ein bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 – 116016 erreichbar. Wer von Gewalt selbst betroffen ist, aber auch Freund_innen, Verwandte, Nachbar_innen, Kolleg_innen, erhhält eine erste Beratung von speziell geschulten Beraterinnen. Diese weisen auf entsprechende Einrichtungen vor Ort hin, in denen Betroffene weiter betreut werden können. Lesbische Frauen finden in speziellen Lesben- und vielen Frauenberatungsstellen Unterstützung. Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) gibt dem Thema Gewalt an Lesben in einer eigenen Rubrik Raum.
Video: Charity-TV-Spot Stairs der Agentur Young & Rubicam für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.
Weitere Quellen und Links
- Weltweite WHO-Studie von 2013 zur Gewalt an Frauen
- BMFSFJ: Frauen vor Gewalt schützen
- Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
- Broschüre: Endlich glaubt mir mal jemand, dass eine Frau so etwas tun kann
- Broken Rainbow – Bundesverband LGBT Anti-Gewalt-Initiativen
- PDF der Kurzfassung LesMigraS-Studie
Fotocredit: United Nations
Am 25. November 1960 wurden drei der vier Mirabal-Schwestern, die in der Dominikanischen Republik gegen die Diktatur Trujillos aktiv waren, ermordet, s. z. B.
http://www.halle.de/de/Zielgruppen/Frauen/Wissenswertes/Internationaler-Tag-06712/
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwestern_Mirabal
Ihr erinnert in dieser Rubrik oft an Frauen; ohne die Mirabal Schwestern wäre das Thema Gewalt gegen Frauen nicht mit diesem Tag verbunden – vergesst sie nicht.